Medizin ist Liebe, Klinikerinnerungen



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Die nähere Zukunft

Heute fanden unsere Übernahmegespräche statt. Im Verwaltungsgebäude, ein Stück weit von unserer "Schule". 9:00 ich. Danach etwas wie Erleichterung. Und doch seltsam. Würde ich an der Klinik bleiben, wäre es nur ein halbes Jahr. Dieses halbe Jahr könnte ich auch gut ohne Arbeit verbringen. Nur nein, das ist unangenehm. Nicht zu arbeiten heißt viel Zeit zu haben. Was soll ich mit all der Zeit? Sie hätte keinen Wert mehr, sie verginge zu langsam.
Einige Andere aus meinem Kurs wollen ebenfalls studieren, haben sich dennoch wie ich beworben. Für ein halbes Jahr, eigentlich praktisch. Und doch leicht schmarotzerhaft. Nun ja, ich mache dem Lernen Platz, zur Verdrängung dieses oberflächlichen Gedankens. Ich bin gespannt, was jetzt passiert. Ob ich genommen werde oder ob ich dann also faulenzen darf. Fast keiner weiß genau, was das Ergebnis ist, nach den Gesprächen. Am liebsten würde ich in einer Tagesklinik arbeiten. Keine Wochenenden, keine Nächte, kein Spätdienst - also der Lenz eben. Die Psychiatrie scheint allerdings gut besetzt. Wie schade, der Gedanke war mir so angenehm. Vielleicht klingt das für andere Menschen unverständlich, aber diese Arbeit war für mich am wenigsten belastend unter allen Klinikeinsätzen, die ich hatte. Möglicherweise liegt es aber auch nur daran, dass sie so unkörperlich ist, so menschen- und gedankenbezogen oder weil sie einfach so sinnvoll erscheint. Man kann einer Vielzahl der Patienten helfen, es gibt zwar Patienten in Lebensgefahr aber keine Sterbenden, es gibt Zusammenhalt und Gespräche. Ich mag die Psychiatrie einfach.
27.11.07 19:16
 


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